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Sprache als Schlüssel zum Miteinander

"Komplett überfüllt" - gewaltfreie Platzreservierung….

  • 30. Apr.
  • 2 Min. Lesezeit

Zu Sylvester bin ich mit Nicola auf den Schoberstein gewandert. Wir dachten, das wäre ein schöner Jahresabschluss, mit einer Wanderung und einem guten Essen auf dem Schobersteinhaus.

 

Es hatte etwa minus 7Grad und 50kmh Wind, weshalb wir sehr froh waren, in die Hütte zu kommen. Wir waren jedoch nicht die einzigen mit dieser Idee, bereits im Vorraum sind etwa 15 Personen gestanden, und der ganz Gastraum war komplett voll mit Menschen, die standen, weil sie keinen Sitzplatz mehr bekamen.

 

Da es draußen so kalt war, und wir - im Glauben in der Hütte zu essen - keine Jause mitgenommen hatten, haben wir uns durch die stehenden Menschen in Richtung Ausschank geschoben. Dort sind wir etwa 10 Minuten gestanden, dann hatten wir das Glück, dass direkt neben uns zwei Personen von einer Ofenbank aufgestanden sind und uns ihren Sitzplatz angeboten haben, weil sie an einem Tisch Platz fanden.

 

Nun hatten wir zwar einen Sitzplatz, jedoch ohne Tisch, und direkt vor uns standen andere, weniger Glückliche. Zuerst habe ich etwas zu trinken geholt, und habe meine Jacke auf meinen Sitzplatz gelegt, damit war dieser reserviert. Etwas später hat Nicola dann noch eine Kleinigkeit zu Essen geholt, und ich hatte nicht daran gedacht, ihren Platz zu reservieren, da hat sich ein Mann auf den frei gewordenen Platz gesetzt, mit dem Rücken zu mir.

 

Zuerst habe ich mich über mich geärgert, ich dachte: "Verflixt, ich hätte daran denken sollen, zu reservieren." Nach kurzer Selbstempathie bemerkte ich, dass ich gestresst und aufgewühlt war, weil ich Nicola gegenüber verlässlich sein wollte, gleichzeitig war es mir auch unangenehm, weil ich Verständnis hatte, dass auch die anderen einen Sitzplatz wollten. Ich legte dem Mann meine Hand auf die Schulter, damit ich seine Aufmerksamkeit hatte und sagte zu ihm: "Mir ist das jetzt unangenehm, weil ich sicher bin, dass du jetzt auch gerne sitzen möchtest, gleichzeitig möchte ich meiner Frau gegenüber verlässlich sein, die ist grade aufgestanden, um Pommes zu holen..." Ich wollte ihn gerade bitten, aufzustehen, wenn sie zurückkommt, da hat er dies von sich aus angeboten, und ich sagte: "Danke für dein Angebot, da bin ich erleichtert".

 

Als Nicola zurück kam, ist er auch sofort aufgestanden, um ihr Platz zu machen, und ich habe mich nochmals bedankt für die Rücksicht.

 

Das Ganze lief in gutem Einvernehmen und mit guter Stimmung ab, der Mann hat beim Aufstehen freundlich gelächelt, ich hatte den Eindruck, er gab den Platz gerne wieder frei, weil er es so entschieden hatte.

 

Für mich das Besondere an dieser Geschichte ist, dass ich tatsächlich sehr freudig und dankbar dabei war, weil meine Bitte wirklich eine Bitte war, und ich nicht die Forderung in mir trug, dass der Mann aufzustehen hatte, sondern ich hatte tiefes Vertrauen, dass wir eine Lösung finden würden.

 

Ich weiß genau, ohne GFK hätte ich das nicht so entspannt sagen können, und meine Unsicherheit in einem schrofferen Ton verpackt, was bestimmt auch in meinem Gegenüber Abwehr ausgelöst hätte. Damit wäre es um Gewinnen und Verlieren gegangen, und die Situation wäre nicht so zufriedenstellend für beide Seiten abgelaufen.

 

Warst Du schon einmal in einer ähnlichen Situation? Wie hast du diese gelöst?

 

Ich freue mich auf Austausch

Thomas

Minus 7Grad und starker Wind
Minus 7Grad und starker Wind

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