• Thomas

Einfach fragen …

Aktualisiert: 30. Jan 2019

Wir (Nicola und ich) waren am Sonntag bereits um 08.00 Uhr am Attersee, weil wir die Stille und Ruhe morgens am See sehr genießen. Es waren noch wenige Menschen da, und es war sehr ruhig und beschaulich. Dann kam eine Gruppe junger Männer, etwa fünfzehn, die vom Steg aus ins Wasser sprangen und dabei lautstarke „Ahhs und Woahs“-Rufe von sich gaben. Uns kam es so vor, als ob von den sonstigen Anwesenden einige zwar empört zu den Jugendlichen hinüberblickten, aber niemand sagte etwas. Kurz entschlossen stand Nicola auf und sagte: “ Ich gehe hinaus zum Steg und bitte die Burschen, etwas leiser zu sein, es ist einen Versuch wert.“ Ich hatte kurz den Impuls, sie zu begleiten, blieb dann jedoch sitzen, weil ich erstens vertraute, dass Nicola keine Hilfe brauchen würde und zweitens, weil ich der Sache nicht zu viel Gewicht geben wollte.

Nicola ging also den Steg hinaus und ich beobachtete von unserem Liegeplatz aus die Szene. Einige der Burschen waren zu diesem Zeitpunkt im Wasser, einige standen am Steg. Ich konnte nicht verstehen, was Nicola sagte, erkannte jedoch, dass sich ihr ein älterer Mann, der ebenfalls dort stand, ihr zuwandte und hörte einen der Jungen im Wasser rufen:“ Hey Jungs, wir sollen nicht so rumgrölen!“ Nicola redete etwa einen Minute lang mit dem Herrn und kam dann schmunzelnd zu mir zurück. Und, es war wirklich deutlich leiser als vorher.

Ich fragte:“Und, wie verlief das Gespräch?“ Nicola beschrieb mir das Gespräch:“ Der ältere Herr dürfte der Betreuer bzw. Begleiter dieser jungen Leute sein. Nachdem ich gefragt hatte, ob sie etwas leiser sein könnten, damit alle es hier genießen könnten, hat er gesagt, das geht leider nicht, weil junge Männer nun einfach einmal laut sind und dass sie eh in 20 Minuten schon wieder weg seien. Ich antwortete ihm: „Ja, ich sehe, sie haben definitiv großen Spaß, und den gönne ich ihnen auch wirklich. Wir haben selbst 2 Jungs in etwa in diesem Alter zu Hause. Vielleicht könnten sie ja doch einfach die Lautstärke etwas herunterschrauben? Und wenn nicht, ja, dann war es ein Versuch.“

Die Gruppe war den Rest der Zeit wesentlich leiser als zuvor und nach ungefähr einer Viertelstunde schickten sie sich an, zu gehen. Ich habe mich darüber gefreut und dachte mir, dass es schön wäre, sie das auch wissen zu lassen. So ging auf den Herrn noch einmal zu, als sie dabei waren, den Steg zu verlassen. Ich begann mit: „Meine Frau hat vorhin gebeten, ob die Burschen etwas leiser sein könnten …“ Der Herr unterbrach mich:“ ja, deshalb sind wir ja jetzt eh schon wieder weg …“ Ich weiter:“ Darauf will ich gar nicht hinaus. Ich möchte mich gerne bedanken für die Rücksichtnahme, da es dann wirklich leiser geworden ist. Das ist für mich nicht selbstverständlich. Würden Sie das bitte den jungen Leuten so weitergeben?“ Einige der Burschen standen soweit in der Nähe, dass sie dem Gespräch hatten folgen können. Und ich hatte den Eindruck, dass sie sich über die Wertschätzung freuten. Ich habe dann noch einige freundliche Worte mit dem Herrn gewechselt und ihnen eine gute Weiterfahrt gewünscht.

Danach haben Nicola und ich gemeinsam reflektiert und wir hatten einige interessante Erkenntnisse:

Erstens:

War dies für uns ein schönes Beispiel für die uns bekannte Theorie, dass, je früher etwas, das einen stört, angesprochen wird, desto leichter, freundlicher und entspannter dies möglich ist, weil das Drama im Kopf weniger Raum bekommt und sozusagen „abgefangen“ wird, bevor es sich so richtig „entwickelt“ …

Zweitens:

Es war wichtig, dass der Herr sagte:“Nein, das geht leider nicht …“, dadurch, dass die Burschen dies hörten und miterlebten, dass Nicola damit entspannt geblieben ist, konnten sie frei und ohne Druck selbstbestimmt entscheiden, Rücksicht zu nehmen.

Drittens

Haben sie sich sicher über die Wertschätzung gefreut

und Viertens

War es bestimmt auch für die anderen Badegäste, die die Szene beobachtet hatten, inspirierend, zu sehen, dass nichts dabei ist, einfach um etwas zu bitten und entspannt und offen damit zu sein, was dabei herauskommt

Thomas

Am Bergsee

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Nicola und Thomas Abler

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