Der APFELSTRUDEL, die GASTFREUNDSCHAFT und die INNERE FREIHEIT

Die Katze einer lieben Freundin war gestorben. Und da ich wusste, wie sehr meine Freundin – und mit ihr ihre ganze Familie – an dieser Katze hing, „wusste“ ich auch, dass sie wohl alle sehr trauerten. Ich selbst habe das Glück, in Gesellschaft einer Katze zu leben und weiß, wie sehr diese vierbeinigen Lebensgefährten zu ganz großen Freunden, Tröstern, Gesellschaftern, ja sogar „Zuhörern“ werden können.


Ich suchte nach einer passenden Geste, um da zu sein für sie und entschied dann kurzerhand mit einem Blumenstrauß und Tee kurz bei ihr vorbei zu schauen. Erfreut und gleichzeitig mit traurigen Augen wurde ich hereingebeten. Im Zuge unseres beisammen Sitzens bot mir der Mann meiner Freundin voller Freude einen Apfelstrudel an, den er gemeinsam mit der Tochter gebacken hatte. Es schien mir offensichtlich, dass er stolz darauf war – sein erster, mit selbst gemachtem Ausziehteig, wie er sagte – und dass ihm diese Beschäftigung offenbar gut tat.


Es war schon spät am Abend und ich hatte schon gegessen und keinen Hunger, wobei ich anmerken möchte, dass ich Apfelstrudel liebe. Gerade jedoch esse ich spät abends nicht, weil ich besser schlafe und 16-Stunden-Nichtessenzeit pflege, was mir sehr gut tut.

Ich zögerte und wog innerlich relativ rasch ab. Eigentlich hatte ich keine Lust. Nur, ich wollte beitragen und seine Freude an der Gastfreundschaft mittragen und sagte dann kurzerhand: “ja, gerne – danke.“