• Thomas

Wo liegt die Verantwortung?

Ein Thema, das mich oftmals betrifft, sei es persönlich in meinen Beziehungen (zu Nicola, zu den Kindern, und auch zu Freunden) oder bei Fragen von Teilnehmern, ist: Wenn ich nur für meine Gedanken, Gefühle und Bedürfnisse und natürlich für meine Handlungen verantwortlich bin, und überhaupt nicht für die meines Gegenübers - bin ich dann nicht ein Egoist? Nicola und ich haben uns schon viel darüber ausgetauscht, wie wir sowohl selbstverantwortlich für uns einstehen, als auch füreinander da sein können. Wir fragten uns: „Wie bringen wir es „unter einen Hut“, uns füreinander einzusetzen, und trotzdem die Verantwortung für die Gefühle des Anderen ganz bei ihm zu lassen?“ Diese Frage erscheint uns sehr wichtig, da daraus eine gute Balance entstehen kann, das „Ich“ und das „Wir“ in Einklang zu bringen.

Ein Beispiel dazu: Ich hatte einen intensiven Trainingstag, und Nicola hat währenddessen zu Hause gearbeitet. Ich komme heim und brauche Ruhe, während Nicola Lust auf Austausch und Gemeinschaft hat. Nicola fragt mich: „Ich würde mich gerne noch austauschen und gemeinsam zum Feuer setzen und erzählen, machen wir das?“. Meine Möglichkeiten dazu sind:

1). Ich fühle mich für Nicola verantwortlich, verdränge meine Erschöpfung und sage: „Ja, wenn es Dir so wichtig ist, machen wir das.“ Dabei bleibt mein Bedürfnis auf der Strecke und Nicola meint vielleicht, ich freue mich auch darauf. Wenn ich dann beim Austausch am Feuer nur halb anwesend bin, ist sie evtl. verwundert und irritiert.

2.) Mich interessiert im Augenblick nicht, was Nicola braucht, ich bin müde und damit basta. Ich sage: „Ich bin heute zu müde, ich möchte mir einfach noch einen Film anschauen und nicht mehr reden. Wenn Nicola dann dranbleibt, würde ich auf dieser Stufe sagen: „Hör jetzt bitte auf, ich schaue mir den Film an, wir können ja morgen reden.“ Nicola ist vielleicht unzufrieden, weil sie wichtig sein möchte.

3.) Ich zeige Nicola, dass ich ernst nehme, was sie sich wünscht, sage, was ich brauche, und bin bereit etwas zu finden, das für uns beide passt. Das mache ich nicht für Nicola, sondern ich weiß ich mache es für unsere Beziehung und dadurch für mich selbst. Ich sage also: „Warst Du heute den ganzen Tag allein und wünscht Dir einfach noch Austausch und Gesellschaft? „Nicola wird vermutlich antworten: „Ja“ oder noch was dazu sagen, ich bleibe mit meiner Aufmerksamkeit bei ihr, bis ich sie ganz verstanden habe. Dann schau ich nach, wie es mir g